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Gold – die derzeit unbeliebteste Anlageklasse

Gold ist meiner Einschätzung nach bei Anlegern extrem unbeliebt. Großmutters Sparstrumpf verlautbarte beispielsweise acht Gründe Gold als Anlageklasse zu meiden.

Wenn ich die Immobilien- und Aktienmärkte betrachte, dann sind diese in den letzten Jahren sehr gut gelaufen. Die Immobilienpreise in den meisten deutschen Großstädten stiegen in den vergangenen Jahren signifikant.

Hier nur einige Beispiele für Immobilienmärkte in Deutschland:

  • Braunschweig: Zitat: „Braunschweig also, eine Stadt, in der jetzt auch der Immobilienboom angekommen ist. Nicht flächendeckend, eher punktuell, aber mit sicher steigenden Preisen – wenn die Lage stimmt.“ Quelle: capital.de
  • Leipzig: Zitat „Mieten und Kaufpreise legen zu, auch wenn sie im Bundesvergleich noch immer niedrig sind.“ Quelle: capital.de
  • Paderborn: +5,8% für Bestandwohnungen und +7,5% für Neubauwohnungen Quelle: https://www.capital.de

Ein 10-Jahres-Chart des Index MSCI AC World sagt auch viel über die Entwicklung der Aktienmärkte:

Finanzmix_Finanzen_Finanzanlage_Finanzwissen_Finanzmixer_Akienmaerkte_Aktien_Chart_Onvista

Quelle: onvista.de

Die Aktienmärkte kannten in den letzten Jahren beinahe nur eine Richtung: Nach oben.

Wie lange das so weiter geht, kann niemand sicher voraussagen.

Der Goldpreis zeigte die folgende Entwicklung in den letzten 10 Jahren in Dollar:

Finanzmixerin_Finanzen_Gold_Goldpreis_Chart_Entwicklung_Finanzmix_Finanzanlage_Geldanlage

Quelle: goldseiten.de

Der Goldpreis pendelte sich demnach in den vergangenen 5 Jahren zumeist zwischen 1200 und 1400 Dollar je Unze ein und zeigte damit in den vergangenen Jahren eher einen Seitwärtstrend.

Die relative Schwäche des glänzenden Metalls kann zukünftig eine Stärke sein. Denn wenn etwas als Anlageprodukt sehr unbeliebt ist, dann kann dies auf einen guten Kaufzeitpunkt hindeuten.

Ich selbst habe vor kurzem ein wenig Gold aufgestockt.

Hier noch ein Artikel von 2013 aus der Wirtschaftswoche: Sieben gute Gründe, Gold zu kaufen.

Ich fasse die Erkenntnisse aus dem Artikel kurz zusammen

  • Notenbanken drucken weiter Geld, die Geldmenge erhöht sich. Damit wird das Geld entwertet.
  • Sicherheit bei Währungskrisen: Gold dient als Wertspeicher, selbst wenn eine Währung abwertet
  • Ausfallsichere Geldanlage: Staatsanleihen können beispielsweise ausfallen und sind vom Schuldner abhängig, Gold ist von keinem Schuldner abhängig
  • Reserve außerhalb des Finanzsystems: Echter Goldbesitz unterscheidet sich erheblich von Zertifikaten und anderen Derivaten auf Gold, der Handel mit Gold ist steuerfrei
  • Aufsteiger aus Asien kaufen: Im Asiatischen Raum wird viel Gold aus der Schweiz importiert
  • Kaufpanik ist jederzeit möglich: Durch große Bewegungen im Goldhandel mit Zertifikaten kann es zu Anomalien kommen, sodass bei fallenden Preisen das physische Angebot an Gold knapp werden kann. (Ich selbst erlebte das einst bei Silber: Als der Preis besonders tief stand, waren bei Pro Aurum viele Sorten Silbermünzen ausverkauft)
  • Extremwerte stehen noch aus: Steigende Börsen werden als Grund dafür gesehen, dass der Goldpreis bei negativen Nachrichten nicht steigt. Das Verhältnis des Dow zu Gold steigt seit Jahren, d.h. die Aktienmärkte legen stark zu, Gold, das auch einen Sachwert darstellt, aber nicht. Dieses Verhältnis könnte sich demnächst wieder in eine andere Richtung bewegen. Das Fazit lautet: Gold und Aktien.

Mein Fazit aus dem Artikel ist ebenso: Gold und Aktien ergänzen sich gut. Ein Kompromiss, der am Ende des Artikels noch genannt wird: Goldminenaktien.

Wie seht ihr derzeit die Anlageklasse Gold? Seht ihr Chancen? Oder eher nicht? Gehört es für euch zu einem diversifizierten Portfolio dazu?

 

Disclaimer: Dieser Beitrag dient nicht der Anlageempfehlung. Jeder Leser ist aufgefordert sich selbst umfassend über die Risiken und Eigenschaften einer Anlageklasse zu informieren.

10 Kommentare zu „Gold – die derzeit unbeliebteste Anlageklasse

  1. „Die Aktienmärkte kannten in den letzten Jahren beinahe nur eine Richtung: Nach oben.“

    Ich verstehe nicht wieso sich das so hartnäckig hält, in den Jahren 2015 und 2016 ging der MSCI World um 100 Punkte herunter, 2008 waren es um die 200 Punkte, wir hatten somit eine ganz deutliche Korrektur, dass es nicht so hart ausfiel wie 2008 sagt doch nicht aus,dass es nur hoch geht.

    Abgesehen davon stimme ich den Goldpunkten überwiegend zu. Insbesondere die gewaltige QE-Geldpolitik, welche so noch nicht praktiziert wurde, deutet ganz klar daraufhin, dass man auch Alternativen auf dem Schirm haben sollte.

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  2. Wenn der Markt Gold ignoriert, hat das seine Gründe. Auf eine Rückkehr zu wetten, bleibt auch nur eine Wette! Das Verhalten von Gold bei den Einschlägen im Februar war recht verhalten, wenn man das Chart zum S&P500 gegenüberstellt. Der „sichere Hafen“ wurde nur bedingt angesteuert. Vielleicht sieht das bei einer richtigen Talfahrt anders aus, mag sein. Vielleicht wird Gold aber auch von der Technik abgelöst.

    Ein großes Depot kann per Hedge mit wenigen Mausklicks abgesichert werden. Man kann um beim Bild zu bleiben, auf der rauen See bleiben und braucht keinen sicheren Hafen mehr.

    Und falls doch ein Orkan aufkommt, hilft Gold auch nicht weiter. In Venezuela werden Friseurbesuche mit einem Baguette bezahlt, ein Maler streicht eine Wohnung für Lebensmittel, usw. In der wirklichen Krise hat Gold keinen Platz, dann kommen Mehrwertbringende Tauschgeschäfte auf.

    Auch die Kryptos werden Gold zu schaffen machen. Venezuela versucht es mit dem „Petro“. Das nimmt keiner ernst. Aber was ist, wenn die Schweiz einen abgesicherten, von den Notenbanken unabhängigen Krypto-Franken kreiert? Wozu braucht es dann noch Gold?

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  3. Das Entscheidende für das Thema Gold ist doch:
    Sehe ich es als Absicherung gegen das Unvorstellbare oder suche ich eine Rendite?
    Betrachtet man die Geschichte des (FIAT-)Geldes, so gibt es nicht eine einzig(!) Währung, die es über die Jahrhunderte geschafft hätte zu überleben. Wohl aber Gold / Silber. Sie hatten immer einen Wert und dienten immer als (Tausch-)Währung.

    Gehen Sie doch mal ins Geldmuseum in Frankfurt. Ganz am Schluss der tollen Ausstellung ist ein Goldbarren ausgestellt. Beobachtet man die Besucher, so übt dieser Goldbarren in Mitten all der Papierwährungen eine unbeschreibliche Faszination auf die Besucher aus – sogar auf ganz junge Menschen, die sicher noch nie etwas anderes kannten als Papiergeld. Was ich damit sagen will? Egal was passieren wird. Im Fall der Fälle wird jeder ein Stück Gold oder Silber gegen z. B. Nahrung tauschen. Versuchen Sie aber mal bei z. B. einer Hyperinflation oder im Regenwald Ihren Euro-Zettel gegen Nahrung einzutauschen.

    Mir ist eines immer in Erinnerung geblieben: „Gold wird – im Gegensatz zu jeder Papierwährung – immer einen Wert haben, denn es steckt Arbeit darin und es ist nicht beliebig vervielfältigbar.“.

    Betrachtet man alleine mal nur den Dollar, so hat er seit seiner Existenz über 90% seines inneren Wertes verloren – also seiner Kaufkraft. Gold hingegen hat über Jahrtausende seine Kaufkraft erhalten. Man erhielt im Altertum für ein Goldstück einen Laib Brot und man erhält auch heute dafür einen Laib Brot. Keine(!) Papierwährung konnte und kann das über eine so lange Zeit.

    Ein ebenso nicht zu unterschätzender Aspekt ist die Schutzfunktion. Fragen Sie mal die Inder, Griechen oder Zyprioten (https://www.handelsblatt.com/politik/international/bank-run-befuerchtet-tabubruch-in-zypern-alarmiert-oekonomen/7943198.html).
    Was ist heutzutage leichter, als sich stattlicher Schulden durch einen Haircut auf jedem Bankkonto zu entledigen? Da beschließt die EZB mit der Politik von heute auf morgen, dass nicht mehr 100.000 € „sicher“ sind, sondern nur noch bspw. 10.000 €. Alles darüber ist weg. Einfach so. Undenkbar? Nicht wirklich:
    „Rund ein Drittel des Rettungspakets für Zypern wird von den zyprischen Sparern getragen. 6,75 Prozent der Sparguthaben bis 100.000 Euro und 9,9 Prozent der Sparguthaben über 100.000 Euro werden zur Finanzierung des Rettungspakets herangezogen.“.

    Wie heißt es so schön an der Börse: „Kaufe wenn auf den Straßen Blut fließt!“. Im übertragenen Sinne: „Wenn der Goldkurs derart blutig günstig ist, dann ist es Zeit zu kaufen“.

    Oder etwas überspitzt: Wenn die Herde vom Gold wegläuft, sollte der schlaue Investor zum Gold hinlaufen, denn es ist offensichtlich sehr günstig zu haben.

    Gruß vom Antizykliker

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  4. Hallo Tanja,

    Gold war sogar meine erste Anlageklasse. Damals, 2011, habe ich es kurz vor dem Abschwung gekauft. In der günstigen Phase habe ich auch etwas aufgestockt. Und ich halte es immer noch.

    Und zwar, weil es eine Absicherung ist. Rendite darf man nicht erwarten, das Gold arbeitet ja nicht und investiert nicht. Aber es behält seinen Wert über einen sehr langen Zeitraum und aus Diversifikationsgründen halte ich es für sinnvoll, einen Teil seines Geldes in Gold zu reservieren.

    Beste Grüße
    Nico

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  5. @lubo:

    Dass der Investor schlauer ist, steht da nicht. Da steht, dass, wenn die Masse Gold verschmäht, es offensichtlich günstige Preise gibt, denn würde die Masse kaufen, stiege die Nachfrage und damit der Preis.

    Zudem kommt noch, dass „der Kleinanleger (die Masse)“ dazu tendiert, dann zu kaufen, wenn die Hausse läuft, weil er oft erst dann darauf aufmerksam wird. Nicht umsonst machte bspw. bei der Volksaktie (Telekom) die Masse bis heute Verluste, weil Sie dank Manfred Krug medial darauf aufmerksam gemacht wurde und auf den schon viel zu weit „gefahrenen Zug“ aufgesprungen war.

    Und so verständlich es evtl. auch sein mag: „Der Kleinanleger“ kauft ungern im Tief (Blut auf den Straßen). Es könnte ja noch weiter fallen!

    Komisch, denn nur weil z. B. ein Auto aufgrund der hohen Nachfrage teurer wird, würde ja auch kein normaler Mensch sagen: „Oh! Das Auto ist inzwischen richtig teuer! Ich kaufe es und hoffe dass der Preis noch höher steigt.“. Nein. Da werden alle plötzlich völlig richtig zum Schnäppchenjäger und wollen tiefe Preise. Bei Aktien, Gold und Immobilien setzt bei vielen dieses gesunde Denken aber oft irgendwie aus und sie kaufen erst, wenn das Asset „bewiesen“ hat, dass es im Wert steigt und der Kurs hoch ist.

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    1. Der aktuelle Preise spiegelt die Erwartungen aller(!) Marktteilnehmer wieder. Diese als „Masse“ oder „Herde“ zu deklarieren, ist leichtsinnig. Auch Buffett & Co gehören dazu. Die Jungs spielen in einer anderen Liga und auch nur die, können mit ihrem Volumen einen Kurs wirklich beeinflussen. „Offensichtlich günstig“ gibt es nicht (im übrigen auch nicht „offensichtlich teuer“, wie Amazon oder Google zeigen). Es gibt nur einen aktuellen Preis und der ist gut überlegt und kein Zufall. Kleinanleger spielen dabei keine Rolle. Nicht bei großen, globalen Werten wie Gold. Da mischen Notenbanken usw. mit. Mag sein, das es bei dem Einzelwert Telekom damals in Deutschland anders war.

      Der „schlaue“ Investor kauft nicht „offensichtlich“, das machen Spekulanten und hat nichts mit „gesundem“ Denken zu tun. Es ist genau umgekehrt, wie Du es geschrieben hast. Schnäppchen gibt es nicht. Erst wenn sich ein „Asset bewiesen“ hat, greift ein Investor zu und lässt sein System laufen.

      Gold als Investment zeigt das aber nicht. Seit dem Höchststand am 31.08.2011 ist der Kurs bis Anfang 2016 gefallen und hat keine neuen Hochs erreicht. Seit 2013 geht’s nur sporadisch ab und an mal über die 1350er Marke. Seit 5 Jahren also nur seitwärts.

      Man kann spekulieren, dass sich das irgendwann mal ändern wird. Wenn der Dicke aus dem Norden Korea´s durchdreht oder dergleichen, wird Gold ausschlagen – kurzfristig. Man kann auch als Trader versuchen die Swings mitzunehmen. Der Deckel bei 1350 ist offensichtlich dafür.

      Aktuell liegt aber kein Blut auf der Straße, das war am 30.06.2013 der Fall, nachdem der Kurs innerhalb von drei Monaten von 1770 auf 1240 gefallen war. Das war super günstig… ähm… oder doch nicht. Zwei Jahre danach wurde der Boden bei 1060 gefunden. Ob da die Offensichtlichen noch dabei gewesen wären?

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