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Optionen – meine Strategie und erste Lerneffekte

Im Januar habe ich den Optionshandel begonnen. Angefangen habe ich mit einem relativ kleinen Depot und einer einfachen Strategie.

Die Strategie kurz erklärt: Ich verkaufe Puts auf Aktien, die ich sowieso haben möchte und verbillige dadurch meinen Einstandskurs. Beispiel: Ich schreibe einen Short (Verkauf) Put auf AMD mit einem Strike-Preis von 11 USD. Wenn nun der Wert der Aktie bei Laufzeitende unter dem Wert von 11 USD liegt, bin ich verpflichtet, dem Optionskäufer die Aktien dennoch für 11 USD abzunehmen. Im Normalfall wähle ich eine Option, deren Strike-Preis unter dem aktuellen Kurs liegt. Da ich auch zu diesem Zeitpunkt bereit gewesen wäre, die Aktie für den Preis zu kaufen, macht es mir nichts aus, dass ich die Aktien bei Ausübung teurer als auf dem Markt kaufen muss. Sie sind immerhin günstiger als zum Verkaufszeitpunkt der Option. Zudem habe ich eine Optionsprämie eingestrichen. Short Put ist eine bullische Strategie. D.h. dass ich eher von steigenden Aktienpreisen ausgehe.

Bisher besteht meine Strategie nur aus den Short Puts.

Ggf. rolle ich, wenn der Ausführungszeitpunkt näher kommt und der Kurs unter den Strike-Preis gefallen ist und ich die Aktie ggf. noch günstiger eingebucht bekommen möchte. Rollen bedeutet, dass man den Short Put zunächst glattstellt, also schließt und anschließend austauscht mit einer Option mit niedrigerem Strike-Preis. Ich achte dabei darauf, dass die Prämie den Verlust durch das Schließen ausgleicht.

Falls mir mal Aktien eingebucht werden, werde ich mich an die Thematik Covered Calls heranwagen.

Bisher habe ich unterm Strich noch keine Gewinne gemacht mit Optionen. Aber meine aktuellen Optionen laufen auch erst im Juni/August/Oktober aus.

Ich habe einmal einen Short Put auf AMD glattgestellt, als er 30 USD Gewinn auswies. Damit hatte ich großes Glück, denn die AMD-Aktie fiel im Anschluss stark. So kann es laufen.

Ich verkaufte 2 Puts auf Barrick Gold und stellte einen davon glatt und tauschte ihn gegen einen AMD Short Put. Das Minus aus dem Glattstellen ist wahrscheinlich weniger, als der Verlust wenn ich 14 USD für die Aktien hätte bezahlen müssen, als der Kurs nur noch unter 13 Stand. Den anderen zum Strike-Preis von 13 USD rollte ich runter auf 12 USD.

Ich finde AMD und Barrick Gold sind top Aktien für kleine Depots.

Aus folgender Sache habe ich gelernt: Ich habe zu Beginn meines Handelns mein Depot auf die Basiswährung USD umgestellt. Ich dachte, das muss ich tun, um US-Optionen zu handeln. Mir werden jetzt meine eingezahlten Euros als Forex-Position dargestellt. Ich habe hier einen fiktiven nicht realisierten Kursgewinn, der mir wenig nützt, weil ich ja am Ende des Tages in Euro rechnen muss und nicht in USD. Die Basiswährung USD verkompliziert die Angabe von Gewinnen bspw. für die Steuer. Man kann mit einem Depot in Euro jederzeit Devisen tauschen oder sich Dollar ausleihen.

Fazit: Ich habe erst einmal den Einstieg geschafft und lerne stetig dazu. Ich werde sehen, wie sich das Thema bei mir weiterentwickelt. Wenn sich das Ganze positiv entwickelt, kann ich mir vorstellen, mich weiter in die Bandbreite der Optionsgeschäfte zu vertiefen.

Disclaimer: Dieser Beitrag dient nicht der Anlageempfehlung.

14 Kommentare zu „Optionen – meine Strategie und erste Lerneffekte

  1. Hi Tanja,

    bin gespannt, wie sich dein Optionshandel entwickelt und ob Du Gewinn einfahren wirst: 🙂
    Ich bin zwar selber (momentan noch) ein eher gemütlicher Anleger und fokussiere mich passiv auf ETFs.
    Aber was nicht ist, kann ja noch werden 😉

    Viele Grüße vom Depotstudent!

    Gefällt 1 Person

  2. Hi Tanja, tolle knackige Erklärung! Bisher habe ich mich an Optionen noch nicht ran getraut. Um sich Aktien einbuchen zu lassen, die man eh kaufen will, klingt es aber durchaus interessant. Ich bin da bisher immer zu ungeduldig und kaufe sofort, ohne Limit-Spielereien.

    Gefällt 1 Person

  3. Hey,
    danke für diesen tollen Beitrag! Das scheint eine echt gute Strategie zu sein. Etwas verstehe ich noch nicht ganz:

    »Da ich auch zu diesem Zeitpunkt bereit gewesen wäre, die Aktie für den Preis zu kaufen, macht es mir nichts aus, dass ich die Aktien bei Ausübung teurer als auf dem Markt kaufen muss. Sie sind immerhin günstiger als zum Verkaufszeitpunkt der Option.«

    Wieso ist die Aktie dann günstiger als zum Verkaufszeitpunkt der Option?

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    1. Beispiel: Die Aktie steht bei 11,50. Dann schreibe ich einen Short Put für 11. Nur wenn der Kurs darunter ist zu Laufzeitende bekomme ich sie eingebucht für 11. Zum Verkaufszeitpunkt waren es ja noch 11,50. Also bezahle ich weniger jetzt. Wenn auch mehr als auf dem Markt

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      1. „Im Normalfall wähle ich eine Option, deren Strike-Preis über dem aktuellen Kurs liegt.“

        Bei 11 € Strike zu 11,50 € Kurs UL hast Du aber keinen Put über dem Kurs also ITM sondern unter dem Kurs = OTM geschrieben.

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  4. Hallo Tanja,

    Optionen verkaufen finde ich auch sehr interessant für den Einkauf. Ich müsste mir dazu noch einen Broker suchen und schauen was man alles braucht. Du könntest ja konkret anhand Deiner Optionen Beispiele bringen wie die Preise sind. Barrick Gold als Beispiel. Wie stand die Aktie als Du die Option geschrieben hast? Wo war der Strike Wert, wie lange ist die Laufzeit und wie hoch die Prämie. Das interessiert mich anhand von ein paar Beispielen, da ich Optionen selbst nicht sehen kann. Oder kann man das auch ohne Account irgendwo sehen, wie hier die Kurse sind? Deine Laufzeiten sind ja recht lang. Da müsste es ja eine hohe Prämie geben. Dafür musst Du aber auch Kapital lange unnütz verzinst bereit halten. Ich möchte einfach sehen wie viel günstiger man Optionen kaufen kann als zum Markpreis. Ich würde es als Einkauf Strategie verwenden. Alles was ich nicht erhalte bekomme ich immerhin durch eine Prämie ausgeglichen.

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  5. Hallo Tanja,

    bisher habe ich meine Aktien immer über eine Limit Order gekauft. Die Strategie mit den Optionen habe ich mir auch schon als Ziel aufgeschrieben. Das funktioniert ja im Endeffekt genauso, bloß dass man noch eine Prämie bekommt. Beim Limit kriegt man die Aktien oder eben nicht.

    Allerdings habe ich mich noch nicht weiter damit befasst. Über welchen Broker machst du das und kannst du den empfehlen?

    Und noch eine Frage: Ist das richtig, dass eine Option 100 Aktien entsprechen? Oder ist das nur gefährliches Halbwissen von mir? Denn dann müsste man schon einiges an Kapital haben, wenn man einen Put shortet, dessen Basiswert eine „teurere“ Aktie ist (in absoluten Zahlen, z.B.: die Allianz oder sowas).

    Beste Grüße
    Nico

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    1. Hallo Nico,
      Ich mache das über Banxbroker. Ich finde den super. Wenn du dort ein Depot eröffnet möchtest dann bietet sich das an über Chri. Er betreibt die Seite Optionen-broker.com und man bekommt mit seinem Aktionscode quasi einen Rabatt pro Order.
      Ja eine Option sind 100 Aktien. Man kann sich als Anfänger an nominal günstige Aktien halten.

      Viele Grüße
      Tanja

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